4 words made my day

Ein gewisser Arbeitsrhythmus erleichtert wohl einen gut strukturierten Arbeitstag. Nun, bei mir ist alles Chaos und Improvisation. Die Erlösung bekomme ich jeden Abend wenn ich meinen PC in den wohlverdienten Komazustand runterfahre, in dem ich mich bereits tagsüber befunden habe.

Die Zusammenfassung meines Arbeitstages: Jetzt darfst auch du endlich schlafen mein geliebter Computer, nachdem dein Wachzustand das Alibi für meinen Schlaf war. Büroschlaf ist der Gesündeste, sagt man.

Wobei ich das bezweifle. Ich pendle nämlich zwischen folgenden REM-Phasen: zwischen Burn Out und Bore Out… und beides ist auf seine Weise schwierig zu kompensieren.

Entweder ist die Hölle los und ich komme kaum dazu mein durch diesen Stress bedingtes Herzrasen auch noch durch übermäßigen Koffeinkonsum zu unterstützen oder es ist so fad, dass ich aufpassen muss, dass ich nicht versehentlich eindöse und mein Kopf auf die Tastatur kracht…das gibt ein unschönes Muster auf der Stirn:

ERTZUI

SDFGHJ

XCVBN

Wie Bleigießen, man weiß was rauskommt, nur die Form ist jedes Mal irgendwie anders…

 

Im Zustand dieser ergebnislosen, geistigen Öde reißt mich zudem häufig ein plötzlich heftig einsetzendes Klingeln des Telefons aus meiner Trance oder schlimmer noch…ich ruhe ja in einem Deprivationsraum, das heißt schalldichte Wände und absolute Stille…ich glaube da kann man einen spontanen Herzinfarkt kaum vermeiden, wenn willkürlich irgendwelche hektischen Paragrafenwichser die Tür aufreißen, durch die ungesicherte Pforte in meine Ruhe-Dimension eindringen und mich so dermaßen unsanft aus meiner Matrix reißen, dass ich das Gefühl habe, meinen Avatar zerreißt es. Wie im Film Surrogates glaube ich dabei jedes Mal mein Energiestecker wird gezogen und ich bekomme das Gefühl sterben zu müssen. Ist bestimmt auch für den Störenfried ein befremdlicher Anblick meinen zusammengesackten, leblosen Körper zu beobachten, der aus der Schockstarre zuckend erwacht und in einer Art panischem Reflex die Hand auf der Maus zu zucken und klicken beginnt und irgendwelche Excel Files und Word Dokumente sich öffnen…wenigstens dieser Automatismus funktioniert wie im Schlaf…Pseudo-Arbeits-Modus on! Muss doch für ihn auch peinlich sein zu sehen, dass wir anscheinend beide nichts zu tun haben und trotzdem voreinander so tun, als ob wir fürs Arbeiten bezahlt werden…ich werde für meine Lebenszeit, die ich hier vergeuden muss einfach minimal entschädigt…solange die also so tun, als ob sie mich bezahlen, tue ich so, als würde ich arbeiten.

Ärgerlich wenn man darüber nachdenkt wie man seine Zeit umbringt, die man die ganze Zeit zu sparen versucht. Aber das tue ich nicht, stattdessen murmle ich schlaftrunken:

„Was kann ich dir antun…äh Gutes tun?“

Oft kommt dann irgendeine triviale Frage, die meist schon beleidigend banal ist und erkennen lässt, dass auch der Absender einfach nur Zeugen sucht, die bestätigen sollen wie beschäftigt er zu wirken versucht…diese Bluffer!

„Cui Bono?!“

murmle ich und versinke wieder in meine Tagtraumhaltung mit offenen Augen auf den flimmernden Monitor zu starren, bis dieser mich um 18:00 erlöst, indem er sich schwarz färbend mit folgenden Worten verabschiedet:

„Monitor going to sleep“

Wenigstens einer traut es sich auszusprechen…und dann wundern wir uns wenn wir bald keine Arbeitsplätze für Menschen mehr haben werden, weil uns die künstliche Intelligenz die Arbeitsplätze wegnehmen wird *sarkasm off* Guten Abend.

luftliebe

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